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FOS

Familienorientierte Schülerhilfe

Die FOS wurde vor 6 Jahren als Jugendhilfemaßnahme in gemeinsamer Verantwortung von Landkreis Germersheim, der Verbandsgemeinde Lingenfeld als Schulträgerin, des freien Trägers SEPIA sowie der Grundschule und Realschule plus in Lingenfeld installiert.
Die Arbeit wird von zwei Diplom-Sozialarbeiterinnen geleistet.
Frau Conny Deus,
Frau Silke Zimmermann-Pflug
Büro: Montag, Mittwoch, Donnerstag von 9.00 Uhr bis 13.00 Uhr, Tel.: 06344-9696416

Die Aufgaben der FOS stützen sich auf drei Grundpfeiler:
-Sozialarbeit am Vormittag in der Schule
Arbeit mit SchülerInnen die den Unterricht stören oder Verhaltensauffälligkeiten zeigen, deren Lehrern, Eltern und dem ASD (Jugendamt).
-Sozialpädagogische Gruppenarbeit
an zwei Nachmittagen, zwei Gruppen a 5 ausgewählten Kindern deren Eltern beim Jugendamt einen Antrag auf Erziehungshilfe gestellt haben.
Zusammenarbeit mit Eltern, Lehrern und ASD.
-Präventive Projektarbeit in der Realschule plus und der Grundschule mit Streitschlichterausbildung

1.--Schulsozialarbeit am Vormittag
Die Arbeit an den Vormittagen ist geprägt von der sog. Krisenintervention.
D.H. Kinder die den Unterricht stören können von dem unterrichtenden Lehrer in das Büro der FOS geschickt werden. Die FOS bespricht und berät die SchülerInnen und versucht die Gründe des Verhaltens zu ergründen. Bei wiederholter Auffälligkeit werden zunächst die Lehrer, gegebenenfalls auch die Eltern der SchülerInnen zur Beratung hinzugezogen. Im Verlauf der letzten Jahre wurde jedoch die „aufsuchende Sozialarbeit“ zum Schwerpunkt der sozialen Arbeit.

D.h. Zielgruppe wurden
- diejenigen SchülerInnen, die seitens der Lehrkräfte und der FOS-Mitarbeiter (im Vergleich zu ihren Mitschülern) als verhaltensauffällig (aggressiv, depressiv), entwicklungsgefährdet (Noten) bzw. vom Schulabsentismus (Schulverweigerung) bedroht eingestuft wurden.
- diejenigen SchülerInnen, die aufgrund einer aktuellen Krisensituation aus eigenem Antrieb den Kontakt zur FOS suchten,
- oder SchülerInnen, die über Informationen aus den Familien, dem ASD oder dem sozialen Umfeld bekannt wurden.

Die FOS bietet den Jugendlichen in der Pause die Gelegenheit zur Kontaktaufnahme, zur Vor-oder Nachbesprechung eines Problemes, und übt gleichzeitig (neben der Aufsichtsperson) eine Beobachtungs- bzw. Kontrollfunktion aus.

Die Anliegen und Probleme der Kinder/Jugendlichen werden in einer meist ruhigen, gemütlichen, entspannenden Atmosphäre besprochen und in jedem Fall ernst genommen. Möglichkeiten der Hilfe werden überlegt und (in Zusammenarbeit des Netzwerkes Lehrer, Eltern, ASD) auf den Weg gebracht.
Meist finden schlichtende Gespräche mit streitenden Freunden oder „mobbenden“ Klassenkameraden statt, die oftmals helfen einen großen psychischen Druck abzubauen und
somit den Schulalltag für die einzelnen Jugendlichen wieder erfreulicher zu gestalten.
Problematischer ist die Arbeit mit Jugendlichen, die aufgrund pubertärer Identitätskrisen oder familiärer Spannungen psychische Einbrüche erleiden.
Sie zeigen sich meist motivationslos, antriebsarm bis depressiv, selbstverletzend, oder, im Extrem, aufbrausend, provokant, aggressiv oder unterschwellig kleinkriminell. Sie verweigern den Schulbesuch und den verantwortungsvollen Umgang mit sich selbst und ihrer Umwelt. Diesen Jugendlichen muss auch im Umgang mit ihrer, meist überforderten Familie geholfen werden.
Schulverweigerer werden zunächst morgens zu hause besucht, abgeholt und in die Schule gebracht. Hausbesuche und Elterngespräche werden durchgeführt, das Netzwerk (Lehrer, ASD, Ärzte, Psychologen etc.) aufgebaut, Hilfsmaßnahmen werden besprochen und eingeleitet. Der Jugendliche kann im wöchentlichen Einzelgespräch in der vormittäglichen Schulsozialarbeit betreut bzw. kontrolliert werden. Regelmäßige Elternarbeit wird in einem überschaubaren Rahmen geleistet.

Streitschlichter!

2.--Die FOS-Gruppe am Nachmittag
Die FOS bietet diesen bedürftigen Jugendlichen und ihren Eltern zunächst die Möglichkeit der Aufnahme des Jugendlichen in die FOS Gruppe am Nachmittag.(10 Jugendliche)
Die Jugendlichen erfahren in dieser Gruppe soziales Training, Hilfe und Kontrolle im Bezug auf ihr Verhalten, aber auch Zugehörigkeit, Anerkennung, Spaß und Geborgenheit über das gemeinsame Mittagessen, verschiedene erlebnispädagogische Angebote, (Schwimmen, Cardfahren, Klettern) Übungen, Spiele, Projekte und die Freizeiten in den Ferien (Fahrten in die Jugendherberge nach München,Freiburg und Heidelberg).
Eingeleitet durch Einzelgespräche mit den Jugendlichen sowie auch deren Eltern findet ein sog. Mediationsgespräch statt, das die systemische Auswirkung innerhalb der Familie verdeutlicht und neue Umgangsformen erarbeitet. Die familiäre Atmosphäre kann sich entspannen, bzw. die einzelnen Personen, insbesondere die Jugendlichen können Verhaltensmuster verändern. Auch schulische Schwierigkeiten werden beleuchtet und Hilfsmöglichkeiten erarbeitet. In der Zusammenarbeit mit dem ASD
den Eltern, Lehrern und - wenn nötig und möglich - mit Psychologen werden gute Erfolge erzielt.


3.--Profilaktische Arbeit im Projekt
Auch in diesem Schuljahr wurden, in Zusammenarbeit mit der Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde, in den 3.5.und den 7. Klassen die Integrationsseminare (Miteinander, Füreinander) durchgeführt.
In der eintägigen (6 Schulstunden) Veranstaltung sollen die Jugendlichen im Umgang und der Auseinandersetzung miteinander Team und Konfliktfähigkeit erlernen, über verschiedene Aufgaben, Übungen, Rollenspiele soziale Kompetenzen erwerben, die den Aufbau einer guten, vertrauensvollen Klassengemeinschaft ermöglicht, die Konflikte eigenverantwortlich und konstruktiv lösen lernt. Die Schüler erhalten Impulse über gewünschte Verhaltensweisen innerhalb des Schulbetriebes.
Diese Veranstaltungen haben einen stark „aufsuchenden“ Charakter. Die Sozialarbeiterinnen
verschaffen sich einen Eindruck über das neue „Schülerpotential“, sie machen sich bekannt und bieten ihre Hilfe an.
Im Rahmen dieser Seminare wurden Streitschlichter (2 in jeder Klasse) gewählt.
Ein Konzept wurde erarbeitet, die Jugendlichen wurden in ihre zukünftige Aufgabe eingewiesen (3 Projekttage) und werden natürlich weiterhin begleitet.

4.--Lehrerarbeit
Um eine möglichst umfassende Schülerhilfe leisten zu können, ist die engagierte, aufgeschlossene Zusammenarbeit mit den Lehrern die Grundvoraussetzung.
Als erste Bezugsperson müssen die Lehrer den wichtigsten Teil der „aufsuchenden Sozialen Arbeit“ übernehmen, da sie sich sozusagen an der „Quelle“ befinden.
Ohne die Aufmerksamkeit der Lehrer und einen regelmäßigen Austausch über deren Beobachtungen, Erkenntnisse, Besorgnisse mit den Sozialarbeiterinnen, könnten viele wichtige Informationen im Bezug auf die Schwierigkeiten, Sorgen und Nöte der Jugendlichen nicht erkannt werden, könnten viele Hilfestellungen nicht geleistet werden.

5.--Elternarbeit
In jedem Fall der sozialarbeiterischen Intervention, sowohl am Vormittag, als auch am
Nachmittag spielt die Zusammenarbeit mit den Eltern und deren Mitarbeit eine immer größere, wichtigere Rolle. Sowohl die FOS als auch die unterrichtenden Lehrer sind aufgeschlossen und dankbar für Tips und Hinweise die zur Verbesserung von Konflikten beitragen können. Auch die Eltern sollen im Gespräch Entspannung und Entlastung erfahren.

6.--Die Zusammenarbeit mit der Grundschule Lingenfeld und der Regionalen Schule Lustadt
Die sozialarbeiterische Intervention im Bezug auf die Grundschule wird nach Bedarf geleistet.
Zur bisherigen Intervention in Krisensituationen wurde ein neuer Schwerpunkt auf die profilaktische Arbeit gelegt.
So wurden richtungsweisend, in Zusammenarbeit mit der Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde, kindgerechte Integrationsseminare (s.o) für die 3. Klassen erarbeitet und durchgeführt, zum Aufbau eines guten Teams, zum Training sozialer Kompetenzen und eines respektvollen, toleranten, gewaltfreien, freundlichen, friedlichen, bewussten und verantwortlichen Umgangs miteinander.

7.—Kooperation und Vernetzung
Die soziale Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen in ihrem Sozialraum Schule kann ,wie schon erwähnt, ohne die Mithilfe eines breitgefächerten Netzwerkes nicht geleistet werden. Nur die Kooperation mit diesem Team garantiert ein effektives und sinnvolles Ergebnis.
Dazu gehört vor allem der Austausch mit Lehrern und Eltern, aber auch die Zusammenarbeit mit dem Team der Firma Sepia, die Hilfestellung der Jugendpflegerin der Verbandsgemeinde Lingenfeld, Frau Traudel Siegfart, das Zusammenwirken mit anderen Trägern der öffentlichen Jugendhilfen, die Zusammenarbeit mit dem Kinderschutzdienst, die Kontaktaufnahme zu Vereinen, Kirchen und anderen Institutionen, die Teilnahme an Regionaltreffen FOS, etc.

8.—Fazit
Die Arbeit der FOS soll dazu beitragen den Schülerinnen der Relschule plus Lingenfeld ein freundlicheres und individuelleres Sozialfeld zu bieten und die gemeinsame Zweckgemeinschaft auch als harmonisches und erfreuliches Zusammentreffen zu gestalten.
Die Methoden der FOS in der Realschule plus Lingenfeld/Lustadt führen meist kurz, mittel, langfristig zum Erfolg. Oftmals lässt sich die sofortige positive Auswirkung klar erkennen.

"Wer sich am Unglückstag der Hilfe will erfreuen, muss edelmütig sich zu Zeiten des Glücks zeigen!"
Saadi, Rosengarten