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VERA 8

Termine für dieses Jahr bei Termine ersichtlich.

Ab März 2009 werden in den 8. Klassen der allgemeinbildenden Schulen in Deutschland parallele Arbeiten geschrieben. Diese sind in Deutsch, in der 1. Fremdsprache (Englisch/Französisch) und in Fach Mathematik zu erledigen.
Dieses Vorhaben - "VERA-8" - genannt geht auf einen Beschluss der Kultusministerkonferenz zurück und soll jährlich durchgeführt werden.

Die grundsätzliche Idee der Vergleichsarbeiten (oft auch Lernstandserhebungen genannt) besteht darin, Lehrkräften den „fremden Blick“ auf die Kompetenzentwicklung ihrer Klasse zu ermöglichen und damit Hilfestellung im Hinblick auf Unterrichts- und Schulentwicklung zu geben.
Die Schule erhält Rückmeldungen zum Lernstand ihrer Schülerinnen und Schüler bezogen auf die in den Bildungsstandards geforderten fachlichen Kompetenzen.

Die Vergleichsarbeiten VERA 8 sind standardisierte Tests mit wissenschaftlich überprüften Aufgaben und objektiven Bewertungsvorgaben. Ergänzt werden diese durch didaktische Kommentare, die zur Unterrichtsentwicklung beitragen sollen.

Die Durchführung und Korrektur nach zentralen Kodieranweisungen erfolgt durch die Lehrkräfte an den Schulen. Die Ergebnisse werden in einer kurzen Frist computergestützt an die Schulen zurückgemeldet.

Sie werden nicht benotet und nicht in die Leistungsbewertung einbezogen.

Ziele
Lernstandserhebungen/Vergleichsarbeiten sind ein Instrument der externen Evaluation. Sie liefern diagnostische Informationen über die Lernstände der Schülerinnen und Schüler einer Klasse in den jeweils untersuchten Kompetenzbereichen eines Faches und geben damit Hinweise für die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler sowie für die Weiterentwicklung des Unterrichts. Darüber hinaus sagen sie in den untersuchten Bereichen etwas über den Stand der Klasse im Vergleich zu den Parallelklassen einer Schule und im Vergleich zu einem Landesmittelwert aller achten Klassen.

Vorbereitender Unterricht
Bei der Frage, wie Schülerinnen und Schüler auf VERA 8 vorbereitet werden können, ist zu bedenken, dass die Lernstandserhebungen auf einen langfristigen und kumulativen Kompetenzerwerb zielen und daher inhaltliche und allgemeine Kompetenzen überprüfen.
Hierzu brauchen Schülerinnen und Schüler ein breit gestreutes Grundwissen, Selbstvertrauen im Umgang mit unbekannten Sachsituationen, Problemlösekompetenzen bei neuen Fragestellungen und Kenntnis im Umgang mit Testformaten. Dies kann durch einen Unterricht, wie er im rheinland-pfälzischen Rahmenlehrplan beschrieben ist, erreicht werden.

Kompetenzen
VERA orientiert sich an den Bildungsstandards für den Hauptschulabschluss und für den Mittleren Schulabschluss sowie am Rahmenlehrplan bis zur 8. Klasse.
Es gibt zwei Testheftvarianten zur Berücksichtigung von Leistungsunterschieden zwischen dem Hauptschulbildungsgang und den Bildungsgängen, die zum Mittleren Schulabschluss oder höher führen. Die Aufgaben sind auf ihren jeweiligen Schwierigkeitsgrad hin getestet (pilotiert) worden.

Vorbereitung und Durchführung
Schulen erhalten die Testhefte in Druckversion und Handreichungen (didaktische Kommentierungen zu den Aufgaben) im Downloadverfahren. Die Fachlehrerinnen und Fachlehrer führen in der eigenen Klasse den Test am Testtag eigenständig durch.

Kooperation
Rheinland-Pfalz kooperiert bei den Vergleichsarbeiten mit 11 weiteren Ländern. Die Aufgabenentwicklung (einschließlich Pilotierung und Normierung) liegt beim IQB, Berlin. Für die technische Umsetzung (Bereitstellung der internetbasierten Ein- und Ausgabe, Datenauswertung) ist die IT-Abteilung des IQSH in Schleswig-Holstein zuständig.

Ergebnisse, Auswertung und Rückmeldung
Die Auswertung der Testhefte und die Online-Eingabe der Ergebnisse erfolgt durch die Lehrkräfte selbst – auf Basis zentraler Bewertungsvorgaben. Die Daten werden in eine Auswertungsmaske (internetbasiert) eingetragen. Die Ergebnisse der Vergleichsarbeiten gehen nicht in die Leistungsbeurteilung der Schülerinnen und Schüler ein. Über das Verfahren der Rückmeldung der Ergebnisse werden Ende Januar 2008 genauere Informationen vorliegen.


 

Fragenliste (FAQ) zu Vera
Grundinformationen vor allem für Schülerinnen und Schüler, Eltern sowie Lehrkräfte

Gehen die VERA-8-Arbeiten in die Schulnote (Leistungsbewertung) mit ein?
Die VERA-8-Arbeiten können in manchen Bundesländern Parallelarbeiten oder Klassenarbeiten ersetzen und finden dann entsprechend in der Leistungsbewertung Berücksichtigung. Dadurch wird die Gesamtzahl der zu schreibenden Arbeiten oder Tests nicht erhöht.
In anderen Bundesländern soll eine solche Berücksichtigung ausdrücklich nicht stattfinden. Dies lässt sich u. a. damit begründen, dass sich die VERA-8-Arbeiten grundsätzlich nicht auf den zuletzt gelernten Unterrichtsstoff beziehen (siehe hier ), das Format (z. B. Multiple-Choice-Aufgaben, Zeittaktung der Aufgaben) meist wenig vertraut ist und dadurch der tatsächlichen Leistungsfähigkeit der Schülerin bzw. des Schülers ggf. nicht gerecht werden.

Welchen zeitlichen Umfang haben die Arbeiten?
Die Arbeiten dauern jeweils eine Doppelstunde (80 Minuten Testzeit).
Wer lässt die Arbeiten in der Klasse schreiben?
Die Arbeiten werden - wie eine normale Klassenarbeit - von den Lehrkräften der jeweiligen Schulen organisiert und beaufsichtigt. Es gibt (im Unterschied zu PISA etc.) keine externen Tester oder Beaufsichtigende. Die Lehrkräfte erhalten schriftliche Hinweise für die einheitliche Durchführung und Auswertung.

Welche Aufgaben wird es im VERA-8-Durchgang 2009 geben? Sind die Aufgaben mit den jeweiligen Lehrplänen abgestimmt?
Im Fach Deutsch wird es im Durchgang 2009 für insgesamt 60 Minuten Leseaufgaben geben und für 20 Minuten Aufgaben zur Sprachreflexion. In den Fremdsprachen werden für jeweils 40 Minuten das Leseverstehen und das Hörverstehen überprüft. In Mathematik wird es Aufgaben aus allen Kompetenzbereichen geben. Diese Aufgaben orientieren sich an den Bildungsstandards für den Hauptschulabschluss oder für den Mittleren Abschluss , also explizit nicht an den Lehrplänen der einzelnen Länder. Damit beziehen sie sich primär nicht auf die Prüfung von Inhalten, sondern testen Kompetenzen.

Werden die Aufgaben schwer sein? Bekommen alle teilnehmenden Schülerinnen und Schüler die gleichen Aufgaben?
Es wird sehr einfache Aufgaben bis hin zu sehr schwierigen Aufgaben geben. Das IQB stellt den Bundesländern für alle vier Fächer jeweils drei Testheft-Versionen mit je unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad zur Verfügung. Die Länder entscheiden, welche Versionen sie für welche Schulart einsetzen. Innerhalb einer Klasse bekommen alle Schülerinnen und Schüler die gleiche Version; Ausnahmen, etwa in Integrierten Gesamtschulen, sind jedoch möglich. Im Gegensatz zu vielen Klassenarbeiten beziehen sich die Aufgaben in den VERA-8-Arbeiten nicht nur auf die Inhalte einzelner Unterrichtseinheiten. Die Bandbreite der Aufgaben soll es möglich machen, für die Klassen bzw. alle Schülerinnen und Schüler einen Leistungsstand einzuschätzen und Fördermaßnahmen anzubieten. Die in den VERA-8-Arbeiten eingesetzten Testaufgaben können natürlich nur stichprobenartig Teilkompetenzen überprüfen; deshalb gibt es für Französisch und Mathematik sowie in späteren Jahren auch für Englisch und Deutsch umfangreiche Lernaufgaben. Beispiele für Testaufgaben finden Sie hier.

Welche Hilfsmittel sind den Schülerinnen und Schülern erlaubt?
Mathematik: Schreibutensilien, Taschenrechner, Zirkel, Geodreieck und Lineal. Formelsammlungen sind nicht zugelassen. Deutsch: Schreibutensilien. Wörterbücher sind nicht zugelassen. Englisch / Französisch: Schreibutensilien. Wörterbücher, Grammatiken, Konjugationstabellen und ähnliche Hilfsmittel sind nicht zugelassen.

Müssen, können oder sollten sich die Schülerinnen und Schüler auf die VERA-8-Arbeiten vorbereiten?
Die Testaufgaben greifen auf Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zurück, die die Schülerinnen und Schüler in ihrer gesamten bisherigen Schulzeit erworben haben. Eine gute Vorbereitung auf die Arbeiten sind deshalb z. B. regelmäßige Wiederholungen von Grundlagen, gegenseitiges Erklären, das Zusammenstellen und Umarbeiten von Übersichten oder Mindmaps, das Verfassen von Lerntagebüchern und die Auseinandersetzung mit den Unterrichtsthemen im eigenen Alltag. Für Französisch und Mathematik sind die Lernaufgabensammlungen hilfreich, die für spätere VERA-8-Durchgänge auch für Englisch und Deutsch in Vorbereitung sind. Eine kurzfristige Vorbereitung der Schülerinnen und Schüler ist dagegen wenig sinnvoll.

Dürfen die Lehrkräfte den Schülerinnen und Schülern hilfreiche Hinweise zur Lösung der Aufgaben geben?
Nein. Außer generellen Hinweisen ("Lies bitte den Aufgabentext noch einmal genau durch!") sind Hilfestellungen nicht erlaubt. Dies betrifft auch die Erklärung von Aufgabenstellungen oder Fachbegriffen, die ggf. in den Aufgaben auftreten könnten.

Wer wertet die Arbeiten aus?
In den meisten Bundesländern werten die Lehrkräfte die Arbeiten aus und geben die Ergebnisse in ein geschütztes Internetformular ein. Für diese Auswertung erhalten die Lehrkräfte die Lösungen mitsamt didaktischen Kommentierungen zu den Aufgaben. Sie erhalten ebenfalls eine Hilfestellung, wie das Ergebnis in das Formular eingetragen wird ("Kodierung"). Die Daten werden anonymisiert eingegeben, so dass der Datenschutz gewahrt bleibt. Die Ergebnisse von Schülerinnen und Schülern, die auf freiwilliger Basis teilgenommen haben, können von der Dateneingabe und damit der Auswertung ausgenommen werden.

Wie wird mit den Ergebnissen umgegangen?
Die Länder werten die Ergebnisse aus und melden diese den Schulen zurück. Die weiteren Vorgehensweisen unterscheiden sich stark in den Bundesländern. Die Lehrkräfte erhalten in der Regel die Ergebnisse für jede Schülerin bzw. jeden Schüler und die Klasse insgesamt, ergänzt um anonyme Vergleichswerte vergleichbarer Schulen bzw. Klassen. Möglich ist auch ein sog. "fairer Vergleich", bei dem die soziale Zusammensetzung der Klasse berücksichtigt wird. So erhalten sie wertvolle Hinweise für ihren Unterricht. Oftmals erhalten auch die Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern eine Rückmeldung durch die Lehrkräfte. In manchen Bundesländern erhalten die Schülerinnen und Schüler ihre Testhefte nach ca. einem Jahr zurück. Es muss bedacht werden, dass das konkrete Testergebnis einer einzelnen Schülerin bzw. eines einzelnen Schülers nicht überbewertet werden sollte: Zum einen sind die Testsituation und die Art der Testaufgaben für die meisten Schülerinnen und Schüler noch unvertraut, zum anderen kann ein Test immer nur Teilaspekte prüfen. Die Testergebnisse werden in den meisten Ländern mit der prozentualen Lösungshäufigkeit zurückgemeldet. Andere Modelle (Punkteskala, Stufenbewertung etc.) sind ebenfalls möglich. Vergleiche zwischen den einzelnen Bundesländern (wie bei PISA-E und den sog. Ländervergleichen) werden nicht durchgeführt.

 

Vergleich:
Das Nebenein-anderstellen von zwei oder mehr Gegenständen, Ideen, Personen etc., um heraus- zufinden, ob und ggfs. wie sie sich hinsichtlich eines bestimmten Kriteriums ähneln oder auch nicht.

„Zwei Objekte vergleichen heißt: sie aufmerksam ... mit spezieller Hinsicht auf ihr gegenseitiges Verhältnis betrachten.“ Alfred Brunswig